Buchpräsentation im Aserbaidschanischen Kulturzentrum

Am 19. Juni 2013 fand im kürzlich eröffneten Aserbaidschanischen Kulturzentrum in Wien die Präsentation von Anars „Kurzgeschichten aus Aserbaidschan“ statt.

Schon im Mai wurde in Gegenwart des Aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev das neue Aserbaidschanische Kulturzentrum eröffnet. Die erste größere Veranstaltung in dieser Institution war am 19. Juni die Präsentation des Buches „Kurzgeschichten aus Aserbaidschan“ von Anar in deutscher Sprache bei voll besetztem Saal unter Leitung der Initiatorin und Direktorin des Kulturzentrums Dr. Leyla Gasimova.

Der aserbaidschanische Botschafter in Österreich S.E. Galib Israfilov unterstützte den „Renata Rollfinke“ Verlag bei der Herausgabe des Buches, um es in Österreich dem Diplomatischem Korps, Vertretern der Gesellschaft sowie Literatur- und Buchliebhabern, wie es in diesem Land zur Lebensart seiner Bürger gehört, zugänglich zu machen.

Die Leiterin des Aserbaidschanischen Kulturzentrums Dr. Leyla Gasimova erzählte in ihrer Eröffnungsrede auch über Tätigkeitsbereiche des Zentrums. Das Ziel der Einrichtung sei es, aserbaidschanische Kultur, vor allem Literatur, Musik und bildende Kunst in Österreich zu verbreiten. Der Aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev hat sich bereits im Mai während der feierlichen Eröffnung des Kulturzentrums ein erstes Bild vom Gelingen des Vorhabens gemacht und es wird nunmehr angestrebt, eine große Anzahl von verschiedenen Kulturprojekten in Wien zu realisieren.

Das Leben und Schaffen Anars prägte die zeitgenössische aserbaidschanische Literatur. Alle Erzählungen sind aus dem wahren Leben gezeichnet, sind voll sozialpolitischer Tiefe und menschlicher Anteilnahme, sie zeigen höchste ästhetisch-künstlerische Begabung, die mit Anmut präzise umgesetzt wird. Anars 75. Geburtstag heuer soll ein gegebener Anlass sein, nicht nur in Aserbaidschan, sondern auch in verschiedenen anderen Staaten den Dichter und Literaten mit seinen zahlreichen Lesern und Bewunderern würdig zu feiern.

Das deutsche Buchprojekt wurde realisiert durch die so präzise wie einfühlsame Übersetzung von Mag. Liliane Grimm und die aus Baku stammende Renata Rollfinke, Leiterin des „Renata Rollfinke“ -Verlags. Diese fruchtbare Zusammenarbeit ist für die aserbaidschanische Botschaft ein guter Anhaltspunkt, auch in Zukunft Literaturübersetzungen aus dem Aserbaidschanischen auf diesem Gebiet zu fördern.

In seiner Rede sprach der aserbaidschanische Volksschriftsteller Anar seinen Dank aus für die Mühe, die die Herausgabe des Buches verursacht habe, diese Veranstaltung in Wien, wie sie hier geboten werde, sei einzigartig in Europa. Es sollte gefeiert werden, dass er als Autor zum vierten Mal im deutschen Sprachraum mit seinen Werken erschien, in Österreich selbst jedoch sei es sein erstes herausgegebenes Buch.

Als Freundin Aserbaidschans seit vielen Jahren mit vielfältigem Kontakt auch durch mehrmaligen Reisen, leistete Liliane Grimm mit großer Freude und Begeisterung die einfühlsame Übersetzung von Erzählungen des berühmten Schriftstellers Anar und hofft auch in Zukunft die Übersetzungsarbeit von aserbaidschanischer Literatur ins Deutsche fortführen zu können.

Stefan Rollfinke, der für den Renata Rollfinke-Verlag das Wort erhielt, legte unter anderem die Benennung des Verlages nach seiner Frau dar, einer gebürtigen Aserbaidschanerin aus Baku. Sie hätten schon in der Vergangenheit, wie auch in Zukunft gemeinsam Projekte durchgeführt und die bereits gedruckten und auch übersetzten Bücher besonders für Wohltätigkeitszwecke ausgerichtet, so dass ein Teil des Verkaufserlöses als Spende für das Integrationshaus in Wien abzugeben sei.

Danach wählte der Schriftsteller und Dichter Anar Erzählungen, die er teilweise auf Aserbaidschanisch vorlas. Die Ausschnitte wurden dann von Stefan Rollfinke aus dem vorgestellten Werk in deutscher Sprache eindrucksvoll vorgetragen.
Das präsentierte Buch enthält die bekanntesten Geschichten Anars, nämlich, vor allem, „ Men, sen, o ve telefon“ (Ich, du er und das Telefon“), „O gecənin səhəri“ („Der Morgen jener Nacht“), „Gürcü familiyası“ („Georgischer Name“), „ Yaxşı padşahın nağılı“ („Die Geschichte vom gütigen Padishah“) und andere.

Die Veranstaltung schloss mit kulinarischen Angeboten vom Büfett und einem geselligen Beisammensein.

Jul.09.2013