Im Aserbaidschanischen Kulturzentrum in Wien fand ein literarisch-musikalischer Abend unter dem Titel „Der hohe Wert der Menschlichkeit“ statt, der dem Schaffen des herausragenden Vertreters des nationalen literarisch-künstlerischen Denkens des 20. Jahrhunderts, Schriftstellers, Wissenschaftlers und Pädagogen Mir Cəlal Paşayev, gewidmet war.
An der Veranstaltung nahmen Vertreterinnen und Vertreter der österreichischen Öffentlichkeit, Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kultur sowie Mitglieder der aserbaidschanischen Diaspora teil.
Die Leiterin des Aserbaidschanischen Kulturzentrums, Leyla Gasimova, eröffnete den Abend mit einer Ansprache und betonte die besondere Stellung Mir Jalals in der aserbaidschanischen Kultur. Sie erklärte, dass die Werke des Schriftstellers Werte wie Menschlichkeit, Moral, Güte und Verantwortung widerspiegeln und bis heute Leserinnen und Leser verschiedener Generationen beeinflussen.
Leyla Gasimova hob hervor, dass Mir Cəlal nicht nur als großer Schriftsteller, sondern auch als angesehener Pädagoge in Erinnerung geblieben ist. Der bedeutende Wissenschaftler, der über viele Jahre den Lehrstuhl für aserbaidschanische Literatur an der Staatlichen Universität Baku leitete, habe eine wichtige Rolle bei der Ausbildung neuer Generationen von Literaturwissenschaftlern und Forschenden gespielt.
In ihrer Rede erinnerte Leyla Gasimova zudem daran, dass das literarische Erbe Mir Jalals auch international Anerkennung gefunden hat. So wurde im Jahr 2008 der 100. Geburtstag des Schriftstellers im Hauptsitz der UNESCO in Paris begangen. Seine Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt; im vergangenen Jahr erschien zudem in Deutschland ein neuer Sammelband mit Erzählungen des Autors, der in Berlin präsentiert wurde. Bei der Veranstaltung in Wien wurden sowohl diese Neuerscheinung als auch frühere Publikationen der Öffentlichkeit vorgestellt.
Anschließend hielt der Turkologe und Wissenschaftler Michael Reinhard Heß einen Vortrag über Leben und Werk Mir Jalals. Er betonte, dass Mir Jalal zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der aserbaidschanischen Literatur des 20. Jahrhunderts zählt und sich sowohl als großer Schriftsteller als auch als herausragender Literaturwissenschaftler einen Namen gemacht hat.
Nach den Worten des Wissenschaftlers stand Mir Cəlals literarisches Schaffen in enger Verbindung mit seinem tiefen wissenschaftlichen Wissen, was sich sowohl in seiner künstlerischen als auch in seiner wissenschaftlichen Tätigkeit widerspiegelte.
Im Vortrag wurde hervorgehoben, dass Themen wie nationale Identität, Patriotismus und die moralischen Probleme der Gesellschaft einen wichtigen Platz in seinen Werken einnehmen. Seine zahlreichen Erzählungen, Romane und publizistischen Arbeiten stellen einen bedeutenden Abschnitt in der Geschichte der aserbaidschanischen Literatur dar.
Michael Reinhard Heß betonte ferner, dass eines der charakteristischen Merkmale von Mir Cəlal Stil die „Weisheit der Einfachheit“ sei – die Fähigkeit, mit einer einfachen Sprache tiefgründige gesellschaftliche und philosophische Inhalte auszudrücken. Darüber hinaus zeichnen sich seine Werke durch satirische Elemente und eine kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Missständen der Sowjetzeit aus.
Im künstlerischen Teil der Veranstaltung wurde eine szenische Präsentation auf Grundlage der ins Deutsche übersetzten Erzählungen Mir Jalals aufgeführt. Die Texte wurden in deutscher Sprache von Yaqut Abdalla, Denise Jastraunig und Konstantin Zander vorgetragen und von einem musikalischen Programm begleitet.
Die musikalischen Beiträge wurden vom Ensemble Anima Shirvani unter der künstlerischen Leitung des bekannten Musikers Tural Ismayilov präsentiert. Im Programm erklangen Werke aserbaidschanischer Komponisten wie Uzeyir Hacıbəyli und Fikret Amirov ebenso wie Beispiele westlicher klassischer Musik.
Die literarisch-musikalische Darbietung wurde vom Publikum mit großem Interesse und lang anhaltendem Applaus aufgenommen.