In Wien fand eine Veranstaltung anlässlich des 90. Geburtstags der renommierten Pianistin, Forscherin und Pädagogin Farida Khalilova statt

29 Januar 2026, 19:00
Bellariastraße 8, 1010 Wien, Österreich

Im Aserbaidschanischen Kulturzentrum in Wien wurde anlässlich des 90. Geburtstags der renommierten Pianistin, Pädagogin und Autorin der ersten wissenschaftlichen Studie zur Geschichte der aserbaidschanischen Klavierkultur, Farida Khalilova, eine Jubiläumsveranstaltung organisiert.

In ihrer Eröffnungsansprache würdigte die Leiterin des Aserbaidschanischen Kulturzentrums, Leyla Gasimova, den Lebens- und Schaffensweg Farida Khalilovas und betonte ihre besondere Stellung in der Geschichte der aserbaidschanischen Klavierkunst. Dabei wurde hervorgehoben, dass Farida Khalilova in der Familie des bekannten Mathematikers und ersten aserbaidschanischen Dr. Zahid Khalilov, Physiker und Marhematiker, aufwuchs. Ihre Kindheit verbrachte sie in Baku in dem als „Haus der Wissenschaftler“ bekannten Gebäude nahe des Boulevards. Dieses Haus galt über viele Jahre als ein intellektuelles Zentrum, in dem bedeutende Wissenschaftler, Musiker und Schriftsteller lebten und in dem ein reger Austausch über Literatur, Kunst und freies Denken stattfand.

Ferner wurde darauf hingewiesen, dass Farida Khalilova zu Studienzwecken nach Leningrad ging, wo sie sich als Solistin, Ensemblekünstlerin, Korrepetitorin und Pädagogin spezialisierte. Die Begegnung mit einem der bekanntesten Tenöre des 20. Jahrhunderts, Wladimir Atlantow, verband beide sowohl privat als auch künstlerisch. Neben einer äußerst produktiven eigenen Schaffensphase spielte Farida Khalilova eine entscheidende Rolle bei den künstlerischen Erfolgen ihres Ehemannes und unterstützte ihn maßgeblich auf seinem Weg zu internationalen Höhepunkten.

In ihrer Rede bedankte sich die gemeinsame Tochter von Farida Khalilova und Wladimir Atlantow, die Pianistin, Opernsängerin sowie Musikologin und Pädagogin Lada Atlantowa, beim Aserbaidschanischen Kulturzentrum für die Ausrichtung der Jubiläumsveranstaltung. Anschließend wurde ein Dokumentarfilm der Regisseurin Julia Bondarenko über Leben und Werk Farida Khalilovas gezeigt.

Der Rektor der Usseir-Hadschibejli-Musikakademie Baku, Volkskünstler und Professor Farhad Badalbeyli, sprach über die herausragende künstlerische Qualität Farida Khalilovas sowie über ihre bedeutende Stellung in der aserbaidschanischen Klaviertradition. Er betonte insbesondere ihre meisterhafte Interpretation der Werke aserbaidschanischer Komponisten und erklärte, dass ihm beim Hören der Präludien von Gara Garajew stets das Bild Farida Khalilovas vor Augen stehe.

Die Musikwissenschaftlerin und Pädagogin sowie Leiterin der Wiener Musikschule „Musik bringt Freude“, Farah Tahirova, ging in ihrem Beitrag auf die wissenschaftlich-pädagogische Tätigkeit Farida Khalilovas ein und stellte ihre Dissertation „Abriss der Geschichte der aserbaidschanischen Klavierkultur“ vor.

Der bekannte Tenor Wladimir Atlantow sprach in seiner Rede mit Dankbarkeit über die entscheidende Rolle Farida Khalilovas für seine künstlerische Reifung und hob hervor, dass das Künstlerpaar Khalilova–Atlantow zahlreiche Erfolge im gesamten Gebiet der ehemaligen Sowjetunion feiern konnte.

Dabei wurde auch erwähnt, dass Wladimir Atlantow nach dem Hören der Arie des Balasch aus der Oper „Sevil“ von Fikret Amirov in der Interpretation von Raschid Behbudow diese Arie für seine Teilnahme am Tschaikowski-Wettbewerb auswählte. Mit Unterstützung Farida Khalilovas sang er die Arie auch in aserbaidschanischer Sprache, wodurch sie zu einer seiner erfolgreichsten Bühneninterpretationen wurde. Während der Veranstaltung wurde diese Darbietung auf einer Leinwand gezeigt.

Den künstlerischen Abschluss des Abends bildete ein Konzertprogramm, das vom Volkskünstler Farhad Badalbeyli sowie von in Österreich lebenden aserbaidschanischen Musikern gestaltet wurde: Farid Feyzullayev (Violine) und Jale Rasulova (Klavier).